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Illustration eines organisierten Datentransfers zwischen zwei Serverumgebungen

Website-Daten exportieren beim Anbieterwechsel: Ein Praxis-Guide

7 Min. Lesezeit

Ein unzuverlässiger Server, fehlender Support oder steigende Kosten zwingen viele Unternehmen dazu, die eigene Hosting-Infrastruktur zu überdenken. Wenn Sie sich für einen neuen Provider entscheiden, steht die sichere Migration Ihrer Inhalte an erster Stelle. Um Website-Daten exportieren beim Anbieterwechsel reibungslos zu gestalten, benötigen Sie einen strukturierten Plan. Sie müssen sicherstellen, dass Datenbanken, Dateien und E-Mails vollständig übertragen werden. Dabei spielt die Wahl des zugrundeliegenden Systems eine entscheidende Rolle für den Pflegeaufwand, der letztlich bei Ihnen im Unternehmen verbleibt.

Die Datenhoheit: Offene Systeme vs. Homepage-Baukästen

Der Aufwand für einen Umzug hängt maßgeblich von der Art Ihres aktuellen Systems ab. Wenn Sie Ihre Homepage-Daten mitnehmen möchten, stoßen Sie bei geschlossenen Systemen oft auf strukturelle Grenzen. Homepage-Baukästen sind proprietäre Umgebungen der jeweiligen Drittanbieter. Ein direkter, automatisierter Umzug von diesen Plattformen auf ein anderes System ist oft technisch kaum machbar.

Bei solchen Baukästen bleibt der Arbeitsaufwand meist beim Kunden hängen. Die Migration beschränkt sich häufig darauf, Texte und Inhalte manuell zu kopieren und in einem neuen System optisch nachzubauen. Offene Systeme oder klassische Hosting-Pakete bieten hingegen deutlich mehr Freiheit. Hier haben Sie das Recht auf Datenportabilität. Sie können Ihre Dateien und Datenbankstrukturen in standardisierten, maschinenlesbaren Formaten exportieren und auf einem eigenen Server weiterbetreiben.

Vergleich zwischen geschlossenen Systemen und offenen Hosting-Umgebungen

Schritt für Schritt: Website umziehen und Anbieter wechseln

Wenn Sie Ihre Website umziehen und den Anbieter wechseln, verläuft der Prozess bei den meisten klassischen Webhostern nach einem ähnlichen Muster. Ein unkoordinierter Wechsel kann jedoch zu Ausfallzeiten oder Datenverlust führen. Gehen Sie daher systematisch vor und kündigen Sie das alte Paket erst, wenn der neue Server einsatzbereit ist.

  • Vollständiges Backup erstellen: Sichern Sie alle Daten, bevor Sie Änderungen an der Domain oder den Servern vornehmen. Sobald der alte Vertrag gekündigt ist, verlieren Sie den Zugriff auf Ihre bisherige Datenbank.
  • AuthInfo-Code anfordern: Für die Übertragung der Domain benötigen Sie ein Domain-Passwort, den sogenannten Auth-Code. Diesen Code erhalten Sie von Ihrem bisherigen Provider. Er ist in der Regel für 30 Tage gültig.
  • Domain beim neuen Provider anmelden: Mit dem Auth-Code registrieren Sie Ihre Domain beim neuen Hoster. Bei vielen Anbietern geben Sie den Code direkt in ein entsprechendes Formular während der Anmeldung ein.
  • Daten importieren: Nach der erfolgreichen Registrierung und Freischaltung laden Sie Ihre gesicherten Website-Dateien und die Datenbank auf den neuen Server hoch.

Diese Datenformate sind für den Export relevant

Um Ihre Präsenz auf dem Zielserver exakt nachzubilden, müssen unterschiedliche Datensätze extrahiert werden. Klären Sie frühzeitig, welche Export-Werkzeuge Ihnen im aktuellen Kundenportal zur Verfügung stehen.

Folgende Kernbestandteile müssen Sie sichern:

  • Website-Dateien: Hierzu zählen HTML-, PHP- und CSS-Dateien sowie Bilder und Skripte. Diese laden Sie am besten als komplettes ZIP-Archiv oder über eine FTP-Verbindung (wie SFTP oder SCP) herunter.
  • Datenbanken: Content-Management-Systeme speichern Texte und Verlinkungen in Datenbanken. Erstellen Sie einen standardisierten SQL-Dump (z.B. für MySQL oder MariaDB) über Ihr Administrations-Interface.
  • Cronjobs und Konfigurationen: Zeitgesteuerte Aufgaben (Cronjobs) und Server-Einstellungen (wie .htaccess oder DNS-Zonendaten) können oft als Klartextlisten oder Zonendateien exportiert werden.

Verschiedene Datenformate werden für den Umzug gebündelt

E-Mail-Postfächer sichern und umziehen

Ein oft unterschätzter Punkt bei der Provider-Migration ist die E-Mail-Kommunikation. Mit dem Umzug der Domain wechselt auch die E-Mail-Adresse zum neuen Anbieter. Das bisherige Postfach mit allen empfangenen und gesendeten Nachrichten wird jedoch nicht automatisch übertragen. Sichern Sie daher unbedingt alle relevanten Korrespondenzen, Verträge und Kundendaten, bevor das alte Postfach abgeschaltet wird.

Je nach genutztem E-Mail-Programm gibt es unterschiedliche Formate für die Datensicherung:

  • Microsoft Outlook: Nutzen Sie den Export in eine .pst-Datei, um E-Mails, Kalender und Kontakte lokal zu speichern.
  • Mozilla Thunderbird: Hier empfiehlt sich ein kompletter Profil-Export als .zip-Archiv über die Programmeinstellungen.
  • Apple Mail: Wählen Sie die Postfächer aus und exportieren Sie diese als .mbox-Paket.

Nach der Einrichtung des neuen E-Mail-Kontos mit den aktuellen IMAP- und SMTP-Serverdaten können Sie diese Sicherungsdateien in das neue Postfach importieren. Löschen Sie das alte Konto im Mailprogramm erst nach einigen Wochen, wenn sichergestellt ist, dass alle Weiterleitungen funktionieren und keine alten Nachrichten fehlen.

Unterstützung bei der Migration nutzen

Viele Webhosting-Anbieter haben ein starkes Interesse daran, Neukunden den Einstieg zu erleichtern. Daher bieten sie häufig einen eigenen Migrationsservice an. In solchen Fällen klären Sie vorab den Zeitplan, und das Support-Team des neuen Hosters übernimmt den Transfer der CMS-Daten und die Konfigurationseinstellungen. Ein solcher Umzug dauert in der Regel zwischen 5 und 10 Werktagen.

Sollten Sie die Migration manuell durchführen, richten Sie rechtzeitig eine 301-Weiterleitung ein, falls sich im Zuge des Anbieterwechsels auch der Domainname ändert. Dadurch verhindern Sie, dass alte URLs ins Leere laufen (404-Fehler) und signalisieren den Suchmaschinen, wo die neuen Inhalte zu finden sind. Überprüfen Sie nach dem Abschluss des Transfers alle internen und externen Verlinkungen sowie die Erreichbarkeit der neuen E-Mail-Postfächer.

Häufige Fragen zum reibungslosen Datentransfer beim Providerwechsel

Wer ist für den eigentlichen Domain-Umzug zuständig?

Die Verwaltung der Domain übernimmt die jeweilige Vergabestelle, das sogenannte Network Information Center (NIC). Der neue Webhoster reicht in Ihrem Auftrag den erforderlichen ChProv-Antrag (früher KK-Antrag) bei dieser Vergabestelle ein. Sie müssen dem neuen Anbieter dafür lediglich den gültigen Auth-Code übermitteln.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich kündige?

Sobald Ihr Vertrag beim alten Anbieter ausläuft und das Postfach abgeschaltet wird, verlieren Sie den Zugriff auf serverseitige Daten und E-Mails. Nach Ablauf der vereinbarten Aufbewahrungsfrist löscht der bisherige Provider verbleibende Daten endgültig aus seinen Systemen. Eine vorherige, lokale Sicherung ist daher unerlässlich.

Wie lange ist der Autorisierungscode (AuthInfo) gültig?

Der AuthInfo-Code, den Sie für den Transfer der Domain benötigen, fungiert als Nachweis für Ihre Inhaberschaft. Nach der Beantragung bei Ihrem bisherigen Provider oder Registrar ist dieser Code in der Regel für 30 Tage gültig.

Kann ich meine Website aus einem Baukasten direkt exportieren?

Ein direkter Export des gesamten Systems auf einen eigenen Server ist bei Baukästen meist nicht vorgesehen, da es sich um geschlossene Systeme handelt. Oft bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, Texte und Bilder manuell zu kopieren und die Struktur auf dem neuen System nachzubilden.

Wie sichere ich eine Datenbank vor dem Umzug?

Wenn Sie Content-Management-Systeme nutzen, können Sie über Verwaltungstools wie phpMyAdmin auf die Datenbank zugreifen. Dort wählen Sie die Methode "Exportieren" aus und speichern die Daten als strukturierten SQL-Dump auf Ihrem lokalen Rechner ab. Diese Datei lässt sich beim neuen Anbieter anschließend wieder importieren.